Ich liebe England. Die Insel bietet nicht nur tolle Landschaften und interessante Städte. Die Engländer sind auch ein sehr nettes und extrem höfliches Volk. Und ganz nebenbei sind sie auch noch richtig hundeverrückt. Was liegt also näher als ein Urlaub mit Hund in England?
Anfangs hat mich die Aussicht, was alles an Untersuchungen und Bescheinigungen notwendig sein mag, abgeschreckt, das gebe ich zu. Aber je länger mein letzter Englandurlaub zurück lag, umso mehr habe ich angefangen, mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und mittlerweile weiß ich, es ist weder viel Aufwand, noch viel Papierkram.
Dass die Hunde gechipt und gegen Tollwut geimpft sind, ist eh klar. Mindestens ein halbes Jahr vor der Einreise nach England muss eine Tollwut-Antikörperbestimmung durchgeführt werden. Dazu muss der Tierarzt dem Hund nur etwas Blut abnehmen und zu einem bestimmten Labor schicken. Die Ergebnisse dieser Antikörperbestimmung werden im Impfpass eingetragen. Und dann ist bis kurz vor der Abreise nichts weiter zu tun. Lediglich 24 bis 48 Stunden vor der Einreise nach England muss eine Behandlung gegen Zecken (in unserem Fall erfolgte diese mit Exspot) und eine Wurmkur gemacht werden. Beides muss wiederum mit Datum und Uhrzeit von Ihrem Tierarzt im Impfpass eingetragen werden. Und das war es schon. Dann nur noch Hunde einpacken und – ganz wichtig – den Impfpass nicht vergessen, denn bei der Einreise werden diese Daten sorgfältig geprüft.
Bei uns war es dann am 23.07.2011 endlich wieder soweit. Für die Kanal-Überquerung haben wir uns für den Kanaltunnel entschieden, da die Überfahrt – oder sollte es in dem Fall vielleicht besser die Unterfahrt heißen? – nur eine halbe Stunde dauert und wir während dieser Zeit bei unseren Boxerjungs sein konnten. Morgens um 9.00 Uhr Ortszeit waren wir dann endlich an unserem Mobile Home auf dem Penhale Caravan Park (http://www.penhale-fowey.co.uk) in Cornwall angekommen.
Da wir viel zu früh waren, haben wir den Tag mit einem Frühstück in Fowey, einer kleinen, alten Hafenstadt an der cornischen Südküste begonnen. Die Straßen sind so eng, dass der Verkehr nur einspurig durch die Stadt geführt wird. Trotzdem müssen die Autos teilweise anhalten, wenn Fußgänger an den Straßenseiten unterwegs sind. Aber in diesen wirklich engen Straßen hat kein Mensch hat einen Bogen um unsere Buben gemacht, die nach einer lange Nacht im Auto sehr lebhaft waren. Oft wurden wir einfach nur ignoriert. Aber genausooft haben wir ein freundliches und verständnisvolles Lächeln für unsere Jungs geschenkt bekommen.
An der Südküste Cornwalls gibt es weite Felder, große Wiesen und hinter jeder Ecke ist ein wunderschöner Sandstrand zu finden, malerisch eingerahmt von der Steilküste. An vielen der touristisch erschlossenen Strände sind Hunde erlaubt, an einigen sogar ohne Leinenpflicht. Da die vielen kleinen Stränden, auf die man überall stößt, offen zugänglich sind, sind es natürlich keine bewachten Strände, also konnten die Hunde meist frei laufen. Es gibt einige Strände, an denen während der Hauptsaison keine Hunde zugelassen sind, aber das sind wirklich nur einige wenige und diese sind in der Broschüre „Cornwall Visitor Guide for Dog Owners“ aufgeführt. Und passenderweise ist auf dem Deckblatt dieser Broschüre ein Boxer abgebildet. Die Broschüre kann entweder im Vorfeld über www.visitcornwall.co.uk angefordert werden, aber sie liegt auch in den meisten Tourist-Infos aus.
Unsere Boxerbuben hatten solch einen Spaß an den Stränden und im Wasser. Nasse und sandige Boxer waren an der Tagesordnung in unserem Urlaub. Aber da wir Glück mit dem Wetter hatten, konnten die Jungs nach dem Abduschen auf dem Campingplatz im Freien trocknen, so dass das kein wirkliches Problem war.
Ein absolut empfehlenswerter Ausflug ist Trebah Garden (http://www.trebahgarden.co.uk), wo Hunde sehr willkommen sind. Und ein Besuch dieses Gartens lohnt auf alle Fälle, egal ob mit oder ohne Hund. Trebah Garden ist einzigartig schön. Der 11 Hektar große bewaldete Park liegt am Ufer des Helford River und hat einen eigenen Strand. Er ist das Ergebnis von 160 Jahren sorgfältig geplanter Gartenkreation. Eine eigene Quelle am oberen Ende des Tals speist nicht nur den Koi-Teich sondern ergießt sich in einem Bachlauf in mehreren Kaskaden talwärts, traumhaft gesäumt von wundervollen Wasserpflanzen. Im weiteren Verlauf finden sich nicht nur australische Farnbäume und Palmen, auch armdicke Bambusbüsche sind zu finden. Der Nahe Golfstrom macht dieses subtropische Paradies mitten in England möglich.
An unserem letzten Tag haben wir Eden-Project besucht (http://www.edenproject.com), ein wunderschönes Beispiel dafür, wie man einen nicht mehr genutzten Steinbruch renaturieren kann. Da Teile von Eden-Project überdacht sind, wollten wir uns den Besuch für einen Tag mit schlechtem Wetter aufsparen. Am letzten Tag sind wir dann trotz schönem Wetter nach Eden-Project, weil wir sonst gar nicht dazu gekommen wären – also wenigstens nicht aufgrund schlechten Wetters. Hier hatten wir dann auch wieder ein so tolles Erlebnis, das einen Besuch der Insel mit Hund auf alle Fälle empfehlenswert macht. Bei Eden-Project handelt es sich um einen der Plätze, die es wert sind, besucht zu werden, wo aber Hunde ausnahmsweise nicht erlaubt sind. Da wir sie aber auch nicht am Mobile Home lassen konnten, hatten wir sie im Auto und wollten uns vor Ort einfach mal anschauen, wie die Parkmöglichkeiten sind. Bei der Einfahrt zum Parkplatz winkte uns ein höflicher Parkanweiser zur Seite und bat uns, einen anderen Parkplatz aufzusuchen. Wir sind dann seiner Wegbeschreibung gefolgt und kamen zu einem gesonderten Parkplatz für Besucher, die mit Hund reisen. Für uns (also nicht nur für uns, aber für uns Hundehalter) war extra eine lange Reihe überdachter Parkplätze angelegt, die schön im Schatten liegt, so dass es im Auto nicht zu warm werden kann. Natürlich befindet sich hier auch eine Wasserstation und eine Dog-Walking-Area in der Nähe.
Wenn es also in Cornwall wirklich einmal Unternehmungen gibt, an denen die Hunde nicht teilnehmen können, so wird in der Regel vor Ort gut dafür gesorgt, dass sie gut untergebracht und gut versorgt sind.
Wenn Sie also im nächsten Urlaub noch nicht wissen sollten, wohin Sie reisen möchten, denken Sie doch vielleicht einmal über Cornwall nach – ein Besuch, egal ob mit oder ohne Boxer lohnt auf alle Fälle!
Tom Ruthemann
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Ach ja, schön zu lesen... wird dringend mal Zeit für meinen vermutlich 35. Besuch in Britannien... Fahre am liebsten nach Nordengland, Newcastle und umzu.