Generalisierung *ohnmacht*

Ich WEISS ja, dass Hunde grottenschlecht darin sind, zu generalisieren. Aber es zu wissen und es am eigenen Leib zu erleben, ist doch ein kleiner Unterschied...

Nachdem wir in den letzten beiden Wochen nochmal ganz viele Schritte zurück gemacht haben, erstmal wieder "nur" Abrufen unter Ablenkung geübt haben (es hat mich so grandios geärgert, dass weder Onkel Heinz noch Diego reagiert haben, wenn wir sie gerufen haben während sie am toben waren...) und mittlerweile wieder auf einem ganz guten Stand sind, was das angeht (beide kommen, weil sie sich wieder dran erinnern, dass es sich lohnt) ging es gestern wieder mit dem "richtigen" üben los.

Grundsätzlich übe ich mit Onkel Heinz fast ausschließlich Fuß, Vorsitzen und Grundstellung. Alles andere kann später kommen, wenn diese Übungen richtig sitzen - denk ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn. Also hab ich mir gestern Abend Onkel Heinz, den Kurzführer, seinen Ball an der Schnur und eine Tasche voll Jackpot-Wurst geschnappt und wir sind zum Üben oben auf unsere Teerstraße am Wald getigert. Und ich muss sagen, obwohl wir ja die letzten beiden Wochen nichts von Fuß geübt haben, hat es so wunderbar geklappt, dass ich fast ganz sprachlos war. Ich hatte den Kurzführer zwar in der Hand, aber er hing ständig lose durch, Rechts- wie Linkswendungen haben toll geklappt, er hat sich sofort und super hingesetzt, wenn ich stehen geblieben bin, war aufmerksam - kurz, es war eine rundherum tolle Trainingseinheit.

Heute habe ich mir dann gedacht, wir gehen mal, damit er mal was anderes sieht, an unsere Grillhütte zum üben. Wie eingangs erwähnt, ich WEISS ja auch, dass Hunde unter vielen verschiedenen Bedingungen üben müssen, damit eine Übung wirklich sitzt. Ok, wir sind also zur Grillhütte... an sich gute Rahmenbedingungen: relativ frisch gemähte Wiese, schön kurz, ungefähr 500 Meter von unserem sonstigen Trainingsplatz auf der Teerstraße weg, damit also eigentlich auch schön ruhig und "reizarm". Theoretisch...

Praktisch waren da z. B. Blätter auf der Wiese... das ist schonmal einen extra Blick wert. Außerdem sind die Kraniche heute auf ihrem Weg nach Süden auch über Dichtelbach geflogen. Ich liebe Kraniche - aber heute waren sie evtl. ein klitzekleines bisschen störend. Und der Höhepunkt war sicherlich die Pferdekutsche mit Begleithund, die in ca. 50 Metern Entfernung auf der Straße an uns vorbei sind. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass es eine ganz furchtbare Trainingseinheit war. Es war nicht wirklich einfach, einen passenden positiven Zeitpunkt zu finden, um aufzuhören und ich war heilfroh, dass dann wenigstens mal einige wenige Schritte geradeaus hingehauen haben, damit wir mit einem positiven Beispiel aufhören konnten.

Ich hatte ja damit gerechnet, dass es nicht so gut wird wie gestern - aber dass es so extrem ist, hätte ich wirklich nicht vermutet. Nun bin ich ein bisschen hin- und hergerissen. Eigentlich müsste ich am Grillplatz weiter üben. Auf der anderen Seite wäre es vielleicht besser, im Wechsel Straße (funktioniert gut) und Grillplatz (müssen wir noch üben) zu trainieren, damit wir beiden zwischendrin immer mal wieder Erfolgserlebnisse haben... ich weiß es nicht. Mal schauen, wie uns morgen ist...

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