Es ist wahnsinn – da schaut man mal nen Moment nicht hin und schon sind insgesamt 3 Wochen Urlaub wieder rum. Und die 2 Wochen Bretagne, natürlich mit Onkel Heinz, waren natürlich noch viel schneller vorbei.
Und ich muss unseren Boxerbub mal wieder loben. Er hat tapfer alles mitgemacht und klaglos alles ertragen, was wir ihm angetan haben. Er ist brav im Auto mitgefahren, trotz der ekelhaften Hitze auf dem Hinweg (selbst abends um 21.00 Uhr hatten wir in Reims noch 30 Grad). Er hat – als wäre es das Natürlichste der Welt – im Hotel übernachtet, obwohl er keine große Gelegenheit hatte, sich dran zu gewöhnen, weil das war ja nur eine Nacht. Er hat sofort akzeptiert, dass unser aktuelles zu Hause nun mal auf dem Campingplatz in einem MobileHome war, seine Decke lag ja da, also hat er sich dazu gelegt. Er hat sogar erkannt, wo quasi die Grenze unseres „Grundstücks“ war und hat den mit Hecken einzäunten Bereich auf dem Campingplatz, der zu unserem MobileHome gehört hat, nicht verlassen, so dass wir ihn nicht ständig angebunden lassen mussten.
Kurz und gut, er war supercool und super brav. Ein rundherum toller Hund!
Und cool ist es auch, mit wie vielen Leuten man ins Gespräch kommt, wenn man einen Hund dabei hat. Das ging schon gleich in Reims los. Wir haben abends im Restaurant in unserem Hotel noch eine Kleinigkeit gegessen. Onkel Heinz lag natürlich neben dem Tisch. Die Bedienung hat ihm auch gleich noch was zu trinken gebracht, fand ich ganz nett :-) Und als wir dann mit Essen fertig waren, kam ein anderer Gast auf uns zu, ein Engländer, wie wir dann herausgefunden haben. Ging, nachdem er gefragt hatte, ob das ok ist, zielstrebig auf Onkel Heinz zu und hat ihn erst mal durchgeknuddelt. Er meinte dann, man kann Boxer nur hassen oder lieben und er gehört zu denen, die sie lieben. Und daraus hat sich dann ein langes und nettes Gespräch entwickelt. Ohne Onkel Heinz hätten wir dieses Gespräch niemals geführt…
Oder am Maison des Megalites in Carnac kam eine dunkelhaarige Frau freudestrahlend auf uns zu und fragte, erst in Französisch, dann in gebrochenem Englisch, ob sie Onkel Heinz mal streicheln dürfte. Hat sich dann rausgestellt, dass sie Italienerin ist und wir haben dann auch schnell rausgefunden, wieso sie so begeistert war. Sie hatte ihren eigenen Boxer Raoul ebenfalls dabei. Ihr Mann stand etwas abseits und hielt ihn fest, weil Raoul sich leider nicht mit anderen Rüden verträgt. Auch mit ihr hat sich dann ein nettes Gespräch entwickelt, darüber, dass Haustiere in Italien nicht immer gern gesehen sind, dass Hunde immer in die Box ins Auto müssen, dass es sowas wie K9-Geschirre dort nicht gibt, etc.
2 Tage später waren wir in Josselin, Partnerstadt von Alzey, wie wir herausgefunden haben. Ein nettes, kleines, mittelalterlich angehauchtes Städtchen. Karsten steht mit Onkel Heinz im Schatten, während Patrick und ich in einem Laden waren, und wer kommt wieder vorbei? Richtig, unsere Italiener mit Raoul :-) So klein ist die Bretagne…
Ein Wasserhund ist allerdings auch in der Bretagne nicht aus ihm geworden. Natürlich ist er mit uns in den Atlantik marschiert. Ein Boxer bleibt ja auf gar keinen Fall zurück. Aber man hat ihm deutlich angesehen, dass er das ausschließlich uns zuliebe macht. Der Strand war allerdings ganz in Ordnung. Im Sand graben und sich wälzen macht ihm dann doch ziemlich viel Spaß. Und seitdem weiß ich auch, wie ein panierter Boxer aussieht
Und er hat recht schnell gelernt, zu genießen, wenn wir ihn kühl abduschen. Wir haben damit auf dem Campingplatz recht viel amüsierte Blicke geerntet, wenn wir ihn an der Service-Station für die Wohnmobile mit dem Schlauch abgespritzt haben, aber da es ja dort auch so extrem heiß war, wenigstens in der ersten Woche, hat Onkel Heinz es dann doch ganz gut getan, etwas Abkühlung aus dem Wasserschlauch zu bekommen.
Also kurz und gut, wir hatten 2 wundervolle Wochen in einer sehr, sehr schönen Gegend mit einem wundervollen Hund… schade, dass es schon wieder vorbei ist.